Ich schreib dir wenn ich tot bin

Ich schreib dir wenn ich tot bin

OLYMPUS DIGITAL CAMERA

Eine kleine Gruppe “mittelalterlicher” Frauen geniessen eine beinahe magisch wunderbare Frauenfreundschaft voller Lachen, fühlen sich verbunden durch die ewigen Dramen mit den Männern, der Figur, den Neuerungen der Technik und frustranen Versuchen, das Rauchen aufzugeben, sie wohnen sogar auf Probe in einer “Weiber-WG” und überlegen, ob diese Lebensart eine praktikable Alternative darstellt, wenn sie einmal richtig alt werden. So könnte man sich für sein sauer verdientes Geld einen Hausfriseur und einen Chauffeur leisten, anstatt es einem Altersheim in den Rachen zu schmeissen.
Dann ist auf einen Schlag alles im Eimer, weil eine von ihnen erkennt, dass sie nicht wirklich alt wird. Krebs wird zum Thema Nummer eins.
Was nun?
Darf man seiner besten Freundin sagen, dass sie nervt, weil sie stirbt? Dass man nichts hören will von Chemotherapie, Bestrahlung, Perücken und Pflegedienst? Dass es einen ankotzt, immer positiv reden und strahlend lächeln zu müssen? Darf man sich Ausreden ausdenken, damit man sie nicht besuchen, ihr am Ende beim duschen helfen muss? Ist es erlaubt, sich Gedanken zu machen, wer die Beerdigung bezahlt? Darf man hoffen, dass man etwas Schönes von ihr erbt?
Ist man ein Schwein, wenn man solche Gedanken hegt???